1910, im Juni, wurde die Hertha aus der Taufe gehoben. Um den zum 1. Vorsitzenden gewählten Willi Dohm scharten sich einige Fußballbegeisterte, um in organisierter Form ihrer Leidenschaft, dem runden Leder nachzujagen, nach zu gehen. Initiiert und voran getrieben wurde das ganze Vorhaben vom in Nievern zu Besuch weilenden Jakob Härter aus Wiesbaden. Damit war der Sportverein Hertha Nievern geboren.

In der Folge möchten wir ihnen die Entwicklung unserer Hertha in den letzten 100 Jahren ein wenig näher bringen. Freilich gibt es eine Vielzahl von erwähnenswerten Ereignissen im Verlauf der Zeit, so dass hier nur eine Auswahl aus den umfangreichen Aufzeichnungen der Archive dargestellt werden kann. Wir möchten uns auf diesem Wege bei all denen bedanken, die durch ihre Mitarbeit und Bereitstellung von Daten und Fotomaterial zur Aufarbeitung unserer Vereinsgeschichte beigetragen haben. Auch an dieser Stelle eine Entschuldigung an all diejenigen, die sich im Laufe der Jahre um den Verein verdient gemacht haben, aber sich hier nicht Namentlich erwähnt, bzw. gewürdigt sehen. Leider ist der zur Verfügung stehende Rahmen nicht ausreichend um alle und alles zu erfassen.

In den Jahren 1911-1914 umfasst der Verein bereits 220 Mitglieder, die neben Fußball auch Leichtathletik betreiben. Der Vorsitz geht an Ludwig Lehnert über. In diese aktive Entwicklung bricht der erste Weltkrieg ein. Der Seniorensport kommt zum Erliegen, der Sportbetrieb im Jugend- und Nachwuchsbereich läuft weiter.

Ab 1920: Johann Rommersbach wird Vorsitzender. Es sind in 5 Mannschaften wieder 120 aktive Sportler zu vermelden, der Sportbetrieb kann sich weiter erholen und findet mit der Gründung des Fußballverbandes Mittelrhein eine Basis, auf der erste Meisterschaftsspiele ausgetragen werden. Die sportliche Heimat, ein geeignetes Fußballgelände, ist in diesen Jahren ein großes Problem.

1924 kann die Gemeinde Nievern durch einen Geländetausch oberhalb des Dorfes geeigneten Platz zur Verfügung stellen. Der Sportplatzbau beginnt, kann jedoch trotz großem ideellem Einsatz wegen vielfältiger Probleme nicht fertig gestellt werden. In der Folge hält die Weltwirtschaftskriese ihren Einzug. Die Hertha spielt mit wechselndem Erfolg in der B-Klasse Koblenz, Gegner sind z.B. Arenberg, Bad Ems, Niederberg und Rübenach.

Ab 1930 wird die sportliche Entwicklung durch die politischen Verhältnisse immer mehr behindert. Der Verein führt bis zu Kriegsbeginn nur noch ein Schattendasein, da die Gleichschaltungsbestrebungen der Machthaber einen geregelten Sportbetrieb nahezu unmöglich machen und immer mehr Sportler den Vereinen entzogen werden. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges vervollständigt diesen Niedergang.

Der große Neuanfang beginnt im Jahre 1948. Nach längeren Verhandlungen mit den Besatzungsbehörden und auf Anordnung der Militärregierung fusionieren der Turnverein 1874 und der Sportverein Hertha 1910 am 2. Juni unter dem Namen Sportverein Nievern. Vorsitzender ist Peter Dommermuth. Leiter der Fußballabteilung ist Werner Frie. Zunächst werden nur Freundschaftsspiele ausgetragen, danach beginnt ein geregelter Spielbetrieb für die 1. Mannschaft in der Kreisklasse St. Goarshausen. Auch eine A-Jugend wird gestellt.

1950 wird durch die damalige Militärregierung für die Sportvereine mehr und mehr unter Auflagen der Sportbetrieb möglich gemacht und in allen Bereichen wieder aufgenommen. Im Januar erfolgt die Umbenennung des Sportvereines Nievern in „Turn- und Sportverein 1874“ Nievern. Gleichzeitig wurde der Turnabteilung durch die Militärregierung die Ausübung ihrer Sportart gestattet. Der Verein hat auch eine Handballabteilung. Es werden wieder Turn- und Sportfeste angeboten und besucht. Gesellige Treffen finden im Vereinslokal des damaligen Turn- und Sportvereins der Gastwirtschaft Diefenbach statt.

Die erste Mannschat spielt in der 1. Kreisklasse St. Goarshausen u.a. gegen Becheln, Braubach, Kaub, Miehlen, Wellmich und hält sich meist in der Spitzengruppe. In der Saison 1952/53 spielt eine Reservemannschaft in der C-Klasse St. Goarshausen und wird Meister dieser Klasse.

Nach wie vor war die Sportplatzfrage ein Problem. Ein gepachteter Platz in Fachbach wurde aufgekündigt. Auf dem Hühnerberg wurde kurzfristig eine behelfsmäßige Spielanlage hergerichtet.

1953 gelang es nach vielen Mühen unter Bürgermeister Lehnert am 1. Mai mit Unterstützung des Fußball-Verbandes Rheinland, der seine Planierraupe zur Verfügung stellte, mit dem Bau des neuen Sportgeländes an der Früchter Straße zu beginnen. Der Sportplatz wird nach 5 Monaten Bauzeit unter der Mithilfe des Sportbundes Rheinland, des Fußball-Verbandes Rheinland, der Gemeinde Nievern und der Hilfe vieler Mitglieder fertig gestellt. Die offizielle Einweihung erfolgt am 20. September im gleichen Jahr.

Im August 1954 wird erstmals ein Fußballturnier auf dem eigenen Sportgelände organisiert. Zum damaligen Zeitpunkt hat wohl niemand damit gerechnet, dass das mit dieser ersten Austragung ins Leben gerufene „Hertha Turnier“ noch bis heute Bestand hat und am ersten Septemberwochenende 2010 seine ununterbrochene 57. Fortsetzung finden wird. Ein Beispiel an Kontinuität, das Seinesgleichen sucht und die Werte und Leistungsfähigkeit des Vereins wiederspiegelt.

1955 im Februar/März erfolgt die Trennung zwischen Turn – und Sportabteilung und die Anhänger beider Sportarten gründen jeweils wieder einen eigenen Verein. Der Sportverein erhält traditionsgemäß den Namen „Hertha 1910“. Vorsitzender ist Werner Frie. Damit sollte eine Ära beginnen. Werner Frie blieb über 33 Jahre erster Vorsitzender der Hertha und hat in diesem Zeitraum mit unermüdlichem Einsatz wesentlich die Entwicklung und die Gesinnung des Vereins geprägt. An seiner Seite scharte er viele Mitstreiter, die es mit ihm gemeinsam verstanden aus dem Verein eine bis heute bestehende Familie zu formen. Gesellige Heimat wird als Vereinslokal das Gasthaus „zur Post“, später das „Bürgerhaus“.

Die 1. Mannschaft spielt in der B-Klasse Koblenz. Die Reserve sowie die B- und C-Jugend spielen ebenfalls im Kreis Koblenz. In den folgenden Spielzeiten belegt die 1. Mannschaft jeweils einen Mittelfeldplatz in der B-Klasse Koblenz.

Die übersichtliche Zuordnung der Mannschaften im Spielbetrieb in Kreise und Klassen war schon in den Anfangsjahren äußerst schwierig, jetzt in der Zeit des Neuanfangs nach dem Krieg, wird sie nahezu unmöglich. Fußballvereine schießen wie Pilze aus dem Boden und machen ständige Neuorganisationen der Ligen notwendig. Deshalb kann die Betrachtung der Ligenzugehörigkeit der einzelnen „Hertha-Mannschaften“ (s. Seniorenfußball) verwirrend sein.

1957: Eine Tischtennisabteilung wird gebildet. In der Saison 1957/58 erringt die neu gegründete Mannschaft ungeschlagen den Meistertitel in der II. Kreisklasse St. Goarshausen und steigt in die I. Kreisklasse auf.

1959/60 wird die Tischtennis-Mannschaft Meister der I. Kreisklasse und nimmt an den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse Koblenz-Süd teil. Diese Ära des Tischtennissports dauert allerdings nur wenige Jahre. Die Aktivitäten der Tischtennisspieler schlafen nach und nach ein.

Die 1. Mannschaft der Fußballer belegt einen ehrenvollen 2. Tabellenplatz in der B-Klasse Koblenz. Große Bedeutung haben auch zahlreiche Freundschaftsspiele gegen teils höherklassige Mannschaften, wie Duisburger SV Reserve, Düsseldorf 99, Mainz-Bretzenheim.

Wichtiger Bestandteil des Vereinslebens war bereits zu dieser Zeit die Jugendarbeit.

1960, vom 18. - 20 Juni feiert die „Hertha“ ihren 50.Geburtstag. Der Festabend am 18. Juni findet im Saal des Gasthauses „Zur Post“ statt. Am Sonntag, 19. Juni erfolgt während des Festgottesdienstes auch die Weihe der neuen Vereinsfahne. Auf dem Sportplatz finden während des Jubiläumswochenendes zahlreiche Freundschaftsbegegnungen statt. Die 1. Mannschaft spielt z.B. gegen den SC Oberlahnstein (Meister der II. Amateurliga Koblenz-Süd).

Im Jahre 1968 wird eine Alte Herren Mannschaft als „Auffangbecken“ für diejenigen gegründet, die zwar noch Fußball spielen, aber keinem Leistungsdruck mehr ausgesetzt sein wollen.

Um bessere Trainingsbedingungen zu ermöglichen und um für die steigende Zahl der Mannschaften zusätzliche Trainingszeiten anbieten zu können, wird 1972 am Waldsportplatz eine Trainingsbeleuchtung installiert.

Im Jahr 1973 beginnt eine 18 Jahre andauernde „Damen Fußball Ära“. Zunächst recht locker mit Training und gelegentlichen Freundschaftsspielen, wird dann später ein intensiver Spielbetrieb aufgenommen.

1975 wird der mittlerweile in die Jahre gekommene Sportplatz saniert. Die Fertigstellung wird mit einer großen Einweihungsfeier abgeschlossen.

1977/78 wird die Damenmannschaft in der neugebildeten Damen-Kreisklasse Rhein-Lahn Meister. Dies gelingt der Mannschaft insgesamt drei Mal nacheinander.

In dieser Zeit wird durch die Gemeinde Nievern der Bau der Sporthalle neben der Schule realisiert. Dabei helfen viele „Herthaner“ tatkräftig mit.

1980/81 spielt die junge Damenmannschaft in der Verbandsliga Rheinland, steigt am Ende der Saison jedoch ab.

Die 1. Mannschaft steigt 1982/83 aus der A-Klasse

Zur Spielzeit 1983/84 wird im Jugendbereich die bis heute bestehende Jugendspielgemeinschaft mit dem SV Fachbach gegründet. In der selben Spielzeit werden die Damen wiederum Kreismeister und steigen in die Verbandsliga Rheinland auf.

1985 schließen sich Tischtennisspieler dem SV Hertha als eigene Abteilung an. (s. Tischtennisbericht) und im Mai wird mit einem großen Festakt das 75 jährige Vereinsjubiläum gefeiert.

Ein Umbruch in der Hertha erfolgt im Jahre 1989. Werner Frie übergibt sein Amt als 1. Vorsitzender an Claudia Crezelius. In diesen Tagen fragte sich sicherlich so mancher, ob die Fußstapfen eines Werner Frie für eine junge Dame wohl nicht zu groß seien. Claudia Crezelius belehrt in den folgenden 15 Jahren in ihrer Funktion als 1. Vorsitzende jeden Zweifler eines besseren. In den folgenden Jahren wird durch Intensivierung der Jugendarbeit die Basis für die heutigen Erfolge der Hertha gelegt.

Der stark beanspruchte Sportplatz wird 1989 erneut saniert.

1991 wird nach 18 erfolgreichen Jahren der Damenfußball wegen Nachwuchsmangel aufgegeben

Am 26. Oktober 1990 wird nach intensiver Arbeit in vollständiger Eigenleistung das Umkleidegebäude am Sportplatz eingewiehen. Damit ist ein wichtiger Schritt in die „Moderne“ getan. Das Umkleiden im Bauwagen und das anschließende Duschen in der Sporthalle gehören damit der Vergangenheit an. Die Hertha gewinnt ein Stück Heimat.

Das 40. Hertha Turnier wird im Jahr 1993 durchgeführt. Im gleichen Jahr feiern die Alten Herren ihr 25-jähriges bestehen. Hinter dem Sanitärgebäude wird zu diesem Anlass eine Linde gepflanzt, die sich seither prächtig entwickelt hat. Nach und nach wird in den folgenden Jahren dort ein Grillplatz hergerichtet.

1995 entschließt sich der Vorstand erstmals einen Getränkestand auf dem Bartholomäusmarkt zu beschicken. Die Gelegenheit neben den Einnahmen aus den Hertha Turnieren die finanziellen Mittel für die Jugendarbeit aufzubessern wird durch den Bartholomäusmarktverein geboten. Heute ist aus dem Getränkestand ein in Eigenregie betriebener Kuchenstand geworden. Frischer Blechkuchen der Bäckerei Walldorf und heißer Kaffee erfreut sich dort wachsender Beliebtheit.

In gemeinsamer Arbeit mit dem Turnverein und der Gemeinde wird hinter dem Sanitärgebäude ein Beach-Volleyball-Platz errichtet. Beide Vereine nutzen in den Sommermonaten diesen Platz sehr intensiv.

Im Jahr 2000 erfolgt eine weitere Kooperation mit dem SV Fachbach. Nach langjähriger, bewährter Zusammenarbeit im Jugendbereich, bilden beide Vereine gemeinsam nun auch bei den Senioren eine Spielgemeinschaft.

Das 50. Hertha Turnier wird im Sommer 2003 ausgerichtet, im selben Jahr steigen beide Seniorenmannschaften in die A-, bzw. C-Klasse auf.

Bei den anstehenden Vorstandswahlen im Jahr 2004 gibt Claudia Crezelius das Amt der 1. Vorsitzenden an Uwe Bacher weiter. In den dann folgenden Jahren wird sehr intensiv im Umfeld des Sportgeländes gearbeitet. Es entsteht eine neue, wesentlich hellere Flutlichtanlage, die weniger wartungsanfällig und auch energieeffizienter ist. Auf der Miellener Seite des Sportgeländes wird ein Baucontainer aufgestellt, der zur Unterbringung der Trainingsutensilien und Trainingsbälle aller Mannschaften dient.

Nach langer Suche einer geeigneten Bleibe, die Nutzung des Bürgerhauses als Vereinsheim war durch den damaligen Pächter unmöglich geworden, entschließt sich der Vorstand 2005 an das bestehende Sanitärgebäude einen Aufenthaltsraum anzubauen. Dies geschieht wie immer unter tatkräftiger Hilfe vieler Mitglieder und Freunde der Hertha unter Federführung von „Baumeister“ Georg Hoffmann in vollständiger, auch finanzieller, Eigenleistung.

Zuletzt wurde im Jahre 2006 eine erneute Sanierung des Sportplatzes durchgeführt. Die intensive Belastung durch 2 Senioren- und mittlerweile 10 Juniorenmannschaften strapaziert den Platz doch sehr. Deshalb hat man in Absprache mit der Gemeinde Nievern und durch den Rhein-Lahn Kreis beim Land Rheinland Pfalz Anträge auf Zuschüsse für den Umbau des altgedienten Hartplatzes in einen modernen Kunstrasenplatz gestellt....die nächsten Projekte warten also schon.

2008 erreichten wir den bislang größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte, die praktisch nur aus eigener Jugendarbeit stammenden Spielern zusammengesetzte 1. Mannschaft stieg in die Bezirksliga Ost auf. Vor ca. 850 Zuschauern besiegt unsere 1. Mannschaft am letzten Spieltag im Stadion Silberau den VFL Bad Ems mit 4:2 und machte somit den Aufstieg perfekt. Ein unvergessenes Erlebnis für alle Herthaner.

2009: Aufstieg der 2. Mannschaft in die B Klasse. Die 1. Mannschaft schafft wieder den Klassenerhalt in der Bezirksliga Ost.

2010: Großes 3tägiges Fest über Pfingsten anlässlich des 100 Geburtstages der Hertha.
Freitags Auftritt der Bobbin Babbons  Rockn Roll der 50er für Jung und Alt.
Samstags großer Gala Abend mit den Weltmeistern im Showtanz, Sabrina und Blub Variete vom Feinsten und die beste Tischtennisshow der Welt.
Sonntags Festgottesdienst und großes Hertha Familienfest.

Gründung einer 3. Mannschaft, die 2.Mannschaft spielt in der B Klasse eine hervorragende Rolle, die 1. Mannschaft spielt weiter in der Bezirksliga Ost

2014:
hoffentlich nur temporärer Abschwung bei der Hertha nach jahrelangem Aufwind.
Abstieg der 1. Mannschaft in die Kreislige A.
Abstieg der 2. Mannschaft in die Kreisliga B.
Auflösung der 3. Mannschaft auf Grund von Spielermangel.